Web 2.0 und digital gesteuerter Buchdruck

Das Internet ist die Partizipationsrevolution des 21. Jahrhunderts. Begriffe wie Web 2.0 und Mitmach-Web kommen nicht von ungefähr. Doch es bedurfte seiner Zeit, bis die Nutzer zumindest im Ansatz die Möglichkeiten des World Wide Webs verstanden hatten. Wurde das Internet anfangs in erster Linie als digitales Informationsmedium genutzt und wahrgenommen, kam schon bald der Kommunikationscharakter ins Spiel. Heute gehört es zu unserem Alltag, Konversationen mit Freunden und Bekannten über Facebook, Skype und ICQ zu betreiben. Dabei werden Verabredungen für das Real Life getroffen, aber auch geschäftliche Inhalte erläutert. Und die Entwicklung ging noch einen Schritt weiter. Das Mitmach-Web unterstreicht, die im Social Media-Bereich von allen gewünschte Artikulation. Man kann über Twitter, Facebook und nun auch Google Plus seine Freunde und Follower auf dem Laufenden über sein Leben oder auch gesellschaftlich relevante Themen halten und zusätzlich einen Blog betreiben, dessen Content ebenso nur den eigenen Wünschen unterstellt ist. Leser, Kommentierer und Sharer können dabei alle sein. Gruppen- und Nationalitätenzugehörigkeiten spielen hier im Zweifel keine Rolle.

Dadurch hebt sich das Web heute in ganz entscheidender Weise von den anderen Medien ab. Bei den klassischen Alternativen zum Internet sind die Artikulationsmöglichkeiten begrenzt. Kommentar-Funktionen sind bei Radio, Fernsehen und Zeitung an größere Hürden in Form von Regeln gebunden und ein Medium in einem der drei Bereiche selbst zu integrieren bringt noch höhere Barrieren mit sich. Es bedarf an umfangreicher Infrastruktur und außerdem gibt es nur wenig Möglichkeiten, um auf sein Medium aufmerksam zu machen. – Entsprechend hat man keine Garantie, überhaupt wahrgenommen zu werden. Zudem ist der finanzielle Aufwand in den meisten Fällen wesentlich höher als beim Internet.

Auch für Hobby-Schriftsteller hat das weltweite Netzwerk viele strukturelle Schranken aus dem Weg geräumt. Sogar ein thematisch weniger massentaugliches Buch veröffentlichen kann jetzt jeder. E-Book-Verlage bieten Kunden und Autoren die Inhalte vorerst digital an. Nach Wunsch kann man jedoch auch jedes Buch drucken lassen. Dabei können gezielt geringe Auflagen oder auch Einzelexemplare produziert werden. Print on demand und Book on demand heißen die Funktionen, die das digitale Exemplar per Mausklick zu einer handfesten Print-Version transferieren lassen.

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